Der Held
Von Karl Rühmann
Ein kraftvoller und moralisch anspruchsvoller Roman über einen Kriegshelden, ein verborgenes Verbrechen und den Preis, den man dafür zahlt, die Geschichte einer Nation unversehrt zu bewahren.
2005, in einem Land, in dem ein Bürgerkrieg getobt hat: Zwei hohe Offiziere, die einst in derselben Armee gedient, im Krieg aber auf verschiedenen Seiten gekämpft hatten, werden als Kriegsverbrecher angeklagt und an das Internationale Tribunal in Den Haag ausgeliefert.
Dort freunden sie sich an, da sie Vieles verbindet: die Vergangenheit, die Sprache, das Alter, nicht zuletzt die drohende Strafe. Der General der siegreichen Partei wird nach fünf Jahren Untersuchungshaft freigesprochen, der Oberst der unterlegenen Partei zu einer langjährigen Strafe verurteilt.
Die Männer schreiben einander Briefe, um die vergangenen Ereignisse einzuordnen und Szenarien für die Zukunft zu entwickeln. Ihre Gedanken kreisen um Schuld und Unschuld, Justiz und Gerechtigkeit. Die Briefe sind Ausdruck der Freundschaft zweier Menschen, die erst im Gefängnis gemerkt haben, dass sie mehr verbindet als trennt.
„Der Held“ ist ein fein komponierter Roman über Schuld, Verantwortung und die Frage, wie Gesellschaften ihre Helden erschaffen – und welche Wahrheiten sie dafür verdrängen.
Key Facts:
Verlag: Rüffer und Rub, Zürich (2020)
Sprache: Deutsch (Materialien auch auf Englisch und Französisch verfügbar)
Genre: Belletristik
Themen: Bürgerkrieg und seine Folgen; Verantwortung und Schuld; Gerechtigkeit und ihre
Grenzen; die Zerbrechlichkeit der Erinnerung
Veröffentlichte Übersetzungen: Kroatisch
Weitere Übersetzungsrechte: verfügbar
„Der Held“ wurde für den Schweizer Buchpreis 2020 nominiert
Über Karl Rühmann
Karl Rühmann ist Autor, Übersetzer und Literaturwissenschaftler. In seinen Romanen und Essays beschäftigt er sich mit dem Verhältnis von Erinnerung, Wirklichkeit und Erfindung sowie mit Fragen von Sprache, Identität und Verantwortung. Neben seiner literarischen Arbeit unterrichtet er literarisches Schreiben und tritt regelmässig in Gesprächen, Lesungen und Workshops auf. Zuletzt erhielt er das Atelierstipendium Budapest 2027/28 der Landis & Gyr Stiftung.