Der emotionale Algorithmus

Wie BookTok den Weg der Bücher zu ihren Leserinnen und Lesern verändert hat.

«Wir brauchen eine BookTok-Strategie.»

Kaum ein Satz dürfte in den vergangenen Jahren häufiger durch Verlage gegeistert sein. Er erinnert an eine andere Zeit, als plötzlich jedes Unternehmen «eine Website brauchte». Damals wie heute klang es, als liesse sich eine kulturelle Veränderung mit dem nächsten Punkt auf einer To-do-Liste erledigen.

«Der Algorithmus, der den Buchmarkt in den vergangenen Jahren am stärksten verändert hat, entsteht durch

Millionen Leserinnen und Lesern, die Bücher empfehlen, filmen, kommentieren und weiterreichen.»

Wer ein paar Minuten auf BookTok verbringt, erkennt das Muster schnell: Die Kamera wird eingeschaltet, und bevor überhaupt gesprochen wird, kommt das tiefe Durchatmen. Dann der Satz: «Ich bin NICHT okay.» Und dann die Erklärung unter Tränen, warum ein Roman einen völlig aus der Bahn geworfen hat.

Aus solchen Videos ist längst ein eigenes Genre geworden, und sie sind für viele Backlist-Titel die wirksamste Werbung, die sie je hatten.

Eines der eindrücklichsten Beispiele bleibt It Ends with Us (Nur noch ein einziges Mal). Colleen Hoovers Roman erschien 2016, verkaufte sich ordentlich und verschwand danach langsam in der Backlist. Vier Jahre später entdeckte BookTok das Buch – und machte daraus einen der grössten Bestseller des Jahrzehnts. Es war weder ein Literaturpreis noch eine grosse Kampagne, die den Roman zurück auf die Bestsellerlisten brachte, sondern Tausende von Leserinnen und Lesern, die ihre Begeisterung vor der Handykamera teilten.

Der Algorithmus, der den Buchmarkt in den vergangenen Jahren am stärksten verändert hat, entsteht durch Millionen Leserinnen und Lesern, die Bücher empfehlen, filmen, kommentieren und weiterreichen.

Vor dem Feed

Über Jahrzehnte verlief der Weg eines Buches zu seinen Leserinnen und Lesern nach einem vertrauten Muster: über Literaturkritik, Literaturredaktionen, Buchhandlungen, Preisjurys und später auch über Amazons Empfehlungsalgorithmus. All diese Vermittler hielten jedoch eine gewisse Distanz zu ihrem Publikum.

Eine Rezension erklärte, worum es in einem Buch ging. Dass jemand nach der letzten Seite minutenlang sprachlos war, gehörte nicht zur Sprache der Literaturkritik. Bei Thomas Pikettys Kapital im 21. Jahrhundert, auf einem ACOTAR-Fanaccount wäre es dagegen beinahe Pflicht.

BookTok hat diese Sprache verändert. Plötzlich lautet die Empfehlung nicht mehr:   «Ein wichtiger Roman.» Sondern «Ich habe das Buch letzte Nacht. fertiggelesen und war danach zwanzig Minuten nicht ansprechbar.» Als Klappentext wäre das fragwürdig. Als Video funktioniert es erstaunlich gut.

Die emotionale Reaktion auf ein Buch ist nichts Neues. Neu ist, dass sie so öffentlich geworden ist. Was früher in Lesezirkeln, zwischen Randnotizen oder am Küchentisch besprochen wurde, wird heute millionenfach geteilt.

Literaturkritik hilft dabei, ein Buch einzuordnen, und BookTok vermittelt, wie es sich anfühlt, es zu lesen.

Verlage haben schon immer beeinflusst, welche Erwartungen ein Buch weckt – durch Cover, Klappentexte und Marketing. Neu ist nicht, dass Leserinnen und Leser über Bücher sprechen, sondern dass ihre Stimmen heute die öffentliche Wahrnehmung eines Buches prägen.

Was Bücher teilbar macht

Nicht jedes Buch funktioniert in dieser Umgebung gleich gut. Manche Geschichten scheinen wie geschaffen für BookTok, andere entziehen sich der Feed-Logik. Entscheidend ist dabei weniger das Genre als die Frage, ob sich ein Buch in wenigen Sekunden emotional vermitteln lässt.

Ein Roman braucht heute nicht nur eine gute Geschichte, er braucht auch etwas, das Leserinnen und Leser weitererzählen wollen: eine Szene, die sie nicht loslässt. Eine Figur, über die man diskutiert. Oder einen Satz, der sich aus dem Zusammenhang lösen und trotzdem wirken kann. Kurz: einen Hook.

«Der Algorithmus entscheidet, wen wir sehen. Vertrauen entscheidet, wem wir glauben. Erst beides zusammen macht aus einem Video eine Empfehlung.»

Mittlerweile beschäftigt sich sogar die akademische Forschung damit. Eine Studie der Zeitschrift Social Network Analysis and Mining kam 2025 zum Schluss, dass nicht der soziale Druck darüber entscheidet, ob Menschen ein empfohlenes Buch lesen. Ausschlaggebend ist vielmehr das Vertrauen in die Person, die es empfiehlt. Anders gesagt: Nicht die Masse überzeugt, sondern die Beziehung

BookTokerinnen und BookToker funktionieren deshalb auch anders als klassische Influencer. Ihre Glaubwürdigkeit entsteht nicht allein durch Reichweite, sondern im Zusammenspiel mit dem Algorithmus: Der Algorithmus entscheidet, wen wir sehen. Vertrauen entscheidet, wem wir glauben. Erst beides zusammen macht aus einem Video eine Empfehlung.

Deshalb lohnt sich auch ein genauer Blick auf die Plattformen selbst. BookTok und Bookstagram werden oft in einem Atemzug genannt, funktionieren aber nach völlig unterschiedlichen Regeln. Instagram lebt von bestehenden Netzwerken, Sichtbarkeit entsteht dort vor allem über Follower. TikTok verteilt Aufmerksamkeit anders. Die «For You»-Seite interessiert sich kaum dafür, wie gross ein Account ist. Entscheidend ist, ob ein Video die Zuschauer fesselt. Genau deshalb konnte  It Ends with Us Jahre nach seiner Veröffentlichung plötzlich wieder Millionen Leserinnen und Leser erreichen.

Auch die Sprache verändert sich. Empfehlungen bestehen immer häufiger aus Begriffen wie «Enemies to Lovers», «Only One Bed» oder «She Falls First, He Falls Harder». Das sind keine literaturwissenschaftlichen Kategorien sondern Suchbegriffe, bzw. die Sprache des Feeds. Wer sie versteht, weiss oft schon nach wenigen Sekunden, welche Art von Leseerlebnis ihn erwartet.

Cover, Tropes und emotionale Reaktionen werden so Teil derselben Empfehlungskultur. Ein Cover, das auf einem Verkaufstisch funktioniert, muss auf einem Smartphone nicht zwingend dieselbe Wirkung entfalten. Und ein Klappentext, der in einer Buchhandlung überzeugt, verliert in einem dreissigsekündigen Video oft gegen einen einzigen Satz:

«Dieses Buch hat mich völlig zerstört.»

Es geht dabei nicht darum, Bücher zu vereinfachen, sondern ihnen einen Anknüpfungspunkt zu geben.

Es geht dabei nicht darum, Bücher zu vereinfachen, sondern ihnen einen Anknüpfungspunkt zu geben.

Wer den Erfolg steuert – und wer nicht

Spätestens an diesem Punkt stellt sich für Verlage die entscheidende Frage: Welche Rolle können sie in diesem System überhaupt noch spielen?

Ganz so gross, wie manche Verlage hoffen, ist ihr Einfluss nicht. Ganz so klein aber auch nicht.

Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten.

Die erste ist die organische Wiederbelebung. It Ends with Us ist das bekannteste Beispiel. Ein Titel beginnt plötzlich zu zirkulieren, Leserinnen und Leser empfehlen ihn weiter, der Algorithmus verstärkt die Dynamik. Verlage können diesen Prozess begleiten – mit höheren Auflagen, einer Neugestaltung des Covers oder einer Filmadaption. Auslösen können sie ihn kaum.

Die zweite Möglichkeit sind Creator-Kampagnen. Verlage verschicken Vorabexemplare an etablierte BookTokerinnen und BookToker, bauen Beziehungen auf und versuchen, schon Monate vor der Veröffentlichung erste Gespräche anzustossen. Das ist der Bereich, den sie am stärksten beeinflussen können. Gleichzeitig ist es auch der heikelste, denn kaum eine Community reagiert sensibler auf den Eindruck, eine Empfehlung sei gekauft oder inszeniert.

Die dritte Ebene ist die ist die Infrastruktur. Hier geht es nicht mehr um einzelne Bücher, sondern um die Plattform selbst. Als Penguin Random House 2022 gemeinsam mit TikTok eine Funktion einführte, mit der Bücher direkt aus Videos heraus verlinkt werden konnten, war das mehr als ein technisches Detail. Es war der Versuch, nicht länger auf den Algorithmus zu hoffen, sondern einen direkten Zugang zu ihm zu schaffen.

Keine dieser Strategien ersetzt die andere. Erfolgreich sind meist jene Titel, bei denen alle drei zusammenspielen: eine Community, die ein Buch aus eigener Überzeugung entdeckt, Creators, die darüber sprechen, und Verlage, die diese Dynamik unterstützen, statt sie ersetzen zu wollen.

Der Einfluss reicht allerdings noch weiter. Inzwischen diskutieren Lektorinnen, Lektoren und Agenturen immer häufiger darüber, ob ein Manuskript «BookTok-tauglich» ist oder zumindest das Potenzial dazu hat. «Discoverability» wird damit nicht nur zu einer Marketingfrage, sondern zunehmend auch zu einem Kriterium bei der Programmgestaltung. Ob sich dadurch eines Tages auch die Art und Weise, in der die Bücher geschrieben werden, verändern wird, lässt sich heute kaum beantworten.

Von Reichweite zu Rechten

Spätestens hier hört BookTok auf, ein reines Marketingthema zu sein.

Wer heute internationale Rechte verhandelt, interessiert sich nicht mehr nur für Verkaufszahlen oder Rezensionen. Ebenso wichtig ist die Frage, ob ein Buch bereits eine Leserschaft gefunden hat – oder zumindest Anzeichen dafür erkennen lässt.

Ein viraler BookTok-Moment in Deutschland, Brasilien oder den USA ist heute weit mehr als eine Randnotiz. Für viele ausländische Verlage ist er zu einem Signal geworden, dass ein Titel über sein ursprüngliches Publikum hinaus Resonanz entwickelt. In Lizenzgesprächen ersetzt das keine sorgfältige Programmprüfung, aber es verändert die Ausgangslage.

Plötzlich liegt nicht nur ein Manuskript oder eine Vorschau auf dem Tisch, sondern bereits der Nachweis, dass Leserinnen und Leser emotional auf ein Buch reagieren. Gespeicherte Videos, geteilte Beiträge oder tausende Kommentare erzählen eine andere Geschichte als eine einzelne Rezension. Sie zeigen, dass sich um einen Titel bereits eine Community gebildet hat. Besonders erkennbar ist das derzeit bei Romantasy, Dark Romance, Trauerliteratur und immersiver Fantasy, also dort, wo sich emotionale Resonanz besonders leicht weitertragen lässt.

«Nicht jedes wichtige Buch eignet sich für BookTok. Und nicht jedes Buch muss es.»

Vorschauen, Vorabexemplare, Pressearbeit und Lesungen gehören nach wie vor zu jeder Buchveröffentlichung. Gleichzeitig entsteht Monate vorher eine zweite Dynamik: Leseexemplare machen die Runde, Creators sprechen über ein Buch, Leserinnen und Leser beginnen Erwartungen aufzubauen – lange bevor es überhaupt in den Buchhandlungen liegt.

Wer heute nur auf eine dieser beiden Bewegungen setzt, verschenkt Potenzial. Gleichzeitig wäre es aber ein Fehler, BookTok zum Massstab für jedes Buch zu machen.

Thomas Pikettys Werk zeigt eindrücklich, dass Bücher auch ohne emotionale Viralität ein weltweites Publikum finden können. Seine Bücher wurden in Dutzende Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft – nicht, weil jemand nach der letzten Seite vor laufender Kamera in Tränen ausbrach, sondern weil die darin entwickelten Argumente eine internationale Debatte auslösten.

Nicht jedes wichtige Buch eignet sich für BookTok. Und nicht jedes Buch muss es.

Gerade das sollte man im Hinterkopf behalten, bevor aus einer erfolgreichen Plattform plötzlich eine allgemeingültige Verlagsstrategie wird.

Wenn Viralität nicht planbar ist

So gross der Einfluss von BookTok auf den Buchverkauf auch ist, die Plattform zeigt auch erstaunlich zuverlässig, wo sich Aufmerksamkeit eben nicht planen lässt.

In den vergangenen Jahren gab es genügend Versuche, Viralität gezielt zu produzieren. Nicht alle gingen auf.

Als Hachette den Roman Shy Girl als «BookTok-Sensation» bewarb, stellte sich wenig später heraus, dass der Text weitgehend mit KI erstellt worden war. Entscheidend war dabei nicht einmal der Einsatz künstlicher Intelligenz. Fast interessanter war die Reaktion darauf. Der BookToker, dessen Empfehlung auf dem Umschlag zitiert wurde, verteidigte seine ursprüngliche Begeisterung öffentlich mit der Begründung, er sei vom gelesenen Horrorroman schlicht zu erschöpft gewesen, um die Schwächen des Textes zu bemerken.

Der Vorfall zeigt, dass eine Empfehlungskultur, die auf persönlicher Glaubwürdigkeit beruht, sich nur begrenzt inszenieren lässt. Gerade weil BookTok von Nähe lebt, reagiert die Community besonders sensibel auf alles, was konstruiert wirkt.

Eine einfache, aber kluge Beobachtung dazu erschien kürzlich im Magazin «The Point». Dort wird argumentiert, dass BookTok die Frage von «Was macht dieses Buch?» hin zu «Was macht dieses Buch für mich?» verschoben habe. Das ist keine Kritik an der Plattform, macht jedoch deutlich, dass Viralität und literarische Bedeutung unterschiedliche Dinge messen.

Und dann kommt ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu: die Plattform selbst. Algorithmen verändern sich. Regulierungen können Märkte innerhalb kurzer Zeit verändern. Niemand weiss heute, wie TikTok in fünf Jahren aussehen wird.

Und selbst dort, wo ein Buch Aufmerksamkeit gewinnt, bleibt sein weiteres Leben nur bedingt steuerbar, denn Viralität lässt sich weder vollständig planen noch kontrollieren.

It Ends with Us zeigt das auf seine Weise. Die Verfilmung brachte dem Roman nochmals enorme Aufmerksamkeit, gleichzeitig wurde sie von der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen ihrer Hauptdarsteller überschattet. Ein Buch, das durch BookTok ein zweites Leben erhielt, wurde plötzlich Teil einer ganz anderen medialen Dynamik.

Lesen wird wieder öffentlich

«Ein Roman endet heute nicht mehr zwingend mit der letzten Seite. Oft beginnt dort erst das Gespräch.»

Zwischen all den Diskussionen über Algorithmen, Reichweiten und Verkaufszahlen gerät leicht aus dem Blick, dass sich noch etwas anderes, vielleicht sogar etwas Grundsätzliches, verändert hat.

Lesen war lange Zeit etwas Privates. Man sprach über Bücher, empfahl sie weiter oder verschenkte sie. Was ein Buch mit einem machte, blieb dagegen meist im kleinen Kreis: in Lesezirkeln, zwischen Freunden oder als Randnotiz auf einer Buchseite.

BookTok hat dieses Verhältnis verändert. Die Plattform hat das Lesen nicht gemeinschaftlich gemacht – das war es schon immer - sondern sichtbar.

Plötzlich gehören Bücherregale, Leselisten und emotionale Reaktionen genauso selbstverständlich zum öffentlichen Bild wie früher Urlaubsfotos oder Restaurantbesuche. Ein Roman endet heute nicht mehr zwingend mit der letzten Seite. Oft beginnt dort erst das Gespräch.

Durch diese neue Öffentlichkeit entstand auch eine neue Form der Selbstinszenierung. BookTok weiss das durchaus und macht sich regelmässig darüber lustig. Einer der beliebtesten Running Gags lautet sinngemäss: «Die meisten von euch lieben nicht Infinite Jest.  Ihr liebt die Vorstellung, zu den Menschen zu gehören, die es gelesen haben.»
Denn Geschmack war schon immer etwas, das wir auch nach aussen tragen. 

Luxusmarken haben Bücher längst als kulturelles Symbol entdeckt. BookTok hat denselben Mechanismus in den Alltag geholt – heute genügt ein Smartphone und das richtige Buch zur richtigen Zeit.

Das Bedürfnis, über das Gelesene zu sprechen und es sichtbar zu machen, dürfte deshalb weit über BookTok hinaus Bestand haben. Ob das in fünf Jahren noch auf TikTok geschieht oder längst anderswo, ist letztlich zweitrangig.

Was bleibt?

BookTok hat das Verlegen nicht neu erfunden. Die Plattform hat aber verändert, wie Bücher entdeckt, empfohlen und weitergegeben werden, und die Rolle der Leserinnen und Leser bei der Vermittlung von Büchern sichtbar gemacht.

Nicht jedes Buch muss auf BookTok funktionieren. Entscheidend ist vielmehr, ob es dort überhaupt seine Leserinnen und Leser finden soll.

Wird nur auf einen viralen Moment gehofft – oder entstehen mehrere Wege, über die ein Buch sein Publikum erreichen kann? Und berücksichtigt auch die Lizenzstrategie bereits die Resonanz einer Community oder wartet sie noch immer auf die erste Rezension?

Hinzu kommt eine unangenehmere Frage: Was passiert, wenn Millionen Menschen ein Video sehen, die Verkäufe aber hinter den Erwartungen zurückbleiben?

Jedes Buch findet seine Leserinnen und Leser auf seine eigene Weise. Manche über Communities, andere über Buchhandlungen, das Feuilleton, Literaturpreise oder persönliche Empfehlungen. BookTok hat diesen Wegen einen weiteren hinzugefügt – einen, den heute kaum jemand in der Branche noch ignorieren kann.




Weitere Artikel:

Common Readers — The Point Magazine

Reading in the Age of Influence: BookTokers and Reading Intentions — Social Network Analysis and Mining (2025)

BookTok: A Narrative Review of Current Literature — Literature Compass (2024)

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Die Erfindung der Schweizer Literatur